Stornierung bei Hotel, Pension oder Ferienwohnung

Ob Sie nun eine Fahrzeug, ein Sportgerät oder ein Hotelzimmer gemietet haben, ist für die Frage der Vertragsaufhebung vollkommen egal. Die Stornierung eines Hotelzimmers oder eines Mietvertrages kennt das Gesetz nicht. Die Beendigung des Vertrages richtet sich nach folgenden Regeln.

Rücktritt

Haben Sie einen Mietvertrag abgeschlossen, so sind sie eigentlich schon mit der Abgabe des Vertragangebotes hieran gebunden. Dabei muss der Vertrag nicht einmal schriftlich abgeschlossen worden sein. Ein Rücktritt vom Beherbergungsvertrag oder vom Mietvertrag ist daher nur möglich, wenn dies im Vertrag ausdrücklich vereinbart wurde. Selbiges wird selten der Fall sein. Ein Recht zur "Stornierung" ergibt sich hier also nur, wenn es ausdrücklich vereinbart war.

Widerruf

Bei einigen Verträgen kann jedoch ein Widerrufsrecht nach den Vorschriften über Haustürgeschäfte, Verbraucherkreditgeschäfte oder dem Fernabsatzgeschäfte bestehen. Bei klassischen touristischen Leistungen, wie Übernachtungen oder Verköstigung besteht jedoch kein Widerrufsrecht nach den Regeln für Fernabsatzgeschäfte und die Haustürgeschäfte und Verbraucherkreditgeschäfte liegen nicht vor. Insbesondere liegt kein Fernsabsatzgeschäft vor, wenn eine zeitlich genau festgelegte Buchung einer touristischen Leistung (Unterkunft, Verpflegung, Freizeitveranstaltung) erfolgt ist.

Kündigung

In der Regel sind Mietverhältnisse kündbar. Dies gilt im Zweifel aber nicht, wenn das Mietverhältnis für einen festen Zeitraum von weniger als 2 Jahren abgeschlossen wurde und nicht ausdrücklich ein Kündigungsrecht vereinbart wurde. Dies wird gerade im Tourismus die Regel sein. Selbst wenn der Gast die gemietete Sache (z.B. ein paar Ski) oder das Zimmer z.B. wegen Krankheit gar nicht nutzen kann, berechtigt ihn dies nicht zur Kündigung. Eine dennoch durchgeführte Kündigung berechtigt den Gastwirt zum Verlangen von Schadensersatz und ist deshalb nicht empfehlenswert.
Die beste Möglichkeit sich ohne unangenehme Nachwirkungen aus dem Vertrag zu befreien, ist ein einverständlicher Aufhebungsvertrag zwischen Mieter und Vermieter.

Kündigung aus wichtigem Grund

Eine Ausnahme bildet eine Kündigung aus wichtigem Grund. Der Mieter kann hier kündigen, wenn ihm der Gebrauch nicht oder nur zum Teil gewährt wird, wenn von der Mietsache eine für diese untypische Gesundheitsgefährdung ausgeht (Schimmelpilzbefall, Holzschutzmittel, nicht aber Gefahr eines Unfalls bei ansonsten ordnungsgemäßen Sportgeräten). Zu einem nur teilweisen Gebrauch gehört auch ungenügende Beheizung bei kühlerer Außentemperatur, unangenehme Gerüche, Ungezieferbefall, erheblicher Lärm - also jegliche erhebliche Beeinträchtigung der Nutzung durch den Mieter.
Außerdem kann ein sofortiger Kündigungsgrund bei ansonsten mangelfreiem Zimmer eine schuldhafte Verletzung einer Pflicht durch den Vermieter oder seine Angestellten sein. (z.B. Beleidigung von Hotelgästen, Servieren überlagerter Speisen duch Hotelperonal u.s.w)
Die Kündigung aus wichtigem Grunde sollte aber sofort nach Auftreten des Grundes erfolgen. Eine Duldung für eine gewisse Zeit legt den Schluss nahe, dass der Mieter mit diesem Fehler ja leben konnte. Mit der Duldung eines Mangels schneiden Sie sich jedoch nicht die Rechte auf Mietminderung ab.

Rechte bei Hotel-BuchungReiserecht