Ihre Rechte beim Reisemangel während der Reise

Schon während der Reise treten so große Mängel auf, dass Sie die Reise am liebsten abbrechen möchten. Die Reiseleitung ist unfähig, die Mängel zu beseitigen. Da stellt sich auch die Frage nach Ihren Rechten vor Ort.

Anspruch auf Vertragserfüllung

Grundsätzlich haben Sie auch vor Ort schon das Recht auf Erfüllung Ihres Vertrages.
Dieses Recht richtet sich stets nach den Inhalt des jeweiligen Reisevertrages.

Haben Sie z.B. eine "Fortuna"-Reise (sog. "Hotelroulette") gebucht, also eine Reise, bei der kein bestimmtes Hotel feststeht, sondern nur eine bestimmte Region, eine Hotel-Kategorie u.s.w., so richten sich Ihre Rechte nur nach dem Vertragsinhalt. Ohne Festlegung einer bestimmten Kategorie des Hotels ist die Unterbringung in einem 5-Sterne oder nur 2-Sterne-Hotel also Glückssache. Im Übrigen haben Sie die gleichen Rechte wie bei normalen Reisen auch.

Regelmäßig können Sie aber die Unterbringung in genau dem Hotel an genau dem Ort in genau der Kategorie erwarten und vor Ort verlangen, wie sie es gebucht haben.
Sie können auch verlangen, dass die Unterbringung mangelfrei ist (kein Baulärm u.s.w.)
Doch in einigen Fällen wird eben diese Pflicht nicht erfüllt ...

Was, wenn die Leistung nicht ist, wie gebucht?

Stellen Sie einen Mangel fest, so müssen Sie vor Ort die Reiseleitung informieren und um Abhilfe bitten. Meistens wird sich jemand um Ihre Belange kümmern. Mit dem Abhilfeverlangen setzen Sie zum einen die Reiseleitung in Kenntnis. Sie ermöglichen aber auch, dass der Veranstalter Fehler bei seinen Vertragspartnern (Hotels, Beförderungsunternehmen u.s.w.) erkennt und darauf hinwirkt, dass diese in Zukunft abgestellt werden.

Das Abhilfeverlangen sollte, um weitere Rechte zu wahren mit einer Frist versehen sein. Diese Frist muss angemessen sein. Es muss also den Veranstalter innerhalb dieser Frist problemlos möglich sein, den Mangel zu beheben. Diese Frist kann sich somit zwischen einer Stunde und einigen Tagen bewegen.

Wird Abhilfe geleistet, so ist bei späteren Minderungsansprüchen nur der Zeitraum bis zur Abhilfe zu berücksichtigen. Gelingt die Abhilfe nicht, oder nur teilweise so stehen Sie vor der Entscheidung, ob Sie diese Abhilfeversuche akzeptieren und nach der Rückkehr die Geltendmachung von Minderung und von Schadensersatzansprüchen in die Wege leiten, ob Sie weiterhin verlangen, dass der Mangel beseitigt wird.

Bei erheblichen Mängeln- Kündigung

Ist der auftretende Mangel erheblich oder die Fortsetzung der Reise für den Reisenden unzumutbar, so kann der Reisende diese Reise sogar vorzeitig gegenüber der örtlichen Reiseleitung oder dem Veranstalter kündigen. Der Reiseveranstalter muss dann für die Rückreise sorgen und den Reisepreis abzüglich der bereits geleisteten Teile der Reise zurück erstatten.

Voraussetzung für eine solche Kündigung ist allerdings, dass

1. der Mangel erheblich ist
2. dem Veranstalter eine Frist zur Abhilfe gesetzt wurde oder
-eine Abhilfe nicht möglich (gebuchtes Hotel ist voll belegt)
-oder unzumutbar (Gast leidet wegen des Hotelessens bereits an Salmonellen) ist.

Wann ein Mangel erheblich ist, wird von den Gerichten unterschiedlich bewertet. Eine bloße Unannehmlichkeit reicht für eine Kündigung nicht aus. Fehlender Service, zu kurze Essenszeiten werden allein noch keine Kündigungsmöglichkeit eröffnen. Nach der Rechtsprechung des LG Frankfurt (Frankfurter Tabelle) wird bei einer Preisminderung ab 20 % von einem Kündigungsrecht auszugehen sein. Die übrigen Gerichten fordern sogar 50 %. (z.B. starke Schäden am Zimmer, keine Verpflegung, Wegfall wichtiger Reiseleistungen- wie Ausfall gebuchter Tauchkurs bei Tauchreise ...)

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