Was sieht das Reiserecht vor, wenn der Reiseveranstalter die Reise vor Beginn absagt?

Der Reiseveranstalter darf nach dem geltenden Reiserecht die Reise in folgenden drei Gründen absagen:
  1. die Durchführung der Reise wird erheblich erschwert, weil ein Fall von höherer Gewalt vorliegt,
  2. der Veranstalter hat sich den Rücktritt im Vertrag vorbehalten (Hier muss der genaue Rücktrittsgrund im Vertrag angegeben sein , z.B. Nichterreichen der Teilnehmerzahl u.s.w.) oder
  3. bei Verzug des Reisenden mit der Zahlung des Reisepreises, aber erst nach einer Fristsetzung durch den Veranstalter.
Wurde die Reise vorher wegen höherer Gewalt (Nr.1) oder wegen eines Rücktrittsvorbehalts (Nr. 2) abgesagt, so entfällt für den Reisenden die Pflicht, den Reisepreis zu bezahlen. Im Falle des Zahlungsverzuges des Reisenden (Nr. 3) hat der Reisende dem Veranstalter noch den durch die verspätete Zahlung ausgefallenen Gewinn als Schadensersatz zu erstatten. Die restliche Preisforderung erlischt aber.

Grundsätzlich kann der Reisende eine gleichartige Reise (gleicher Zielort, gleiche Zeit, gleiche Kosten und Reiseleistungen) verlangen, wenn der Veranstalter die Reise wegen höherer Gewalt oder aus vertraglich vereinbarten Gründen absagt. Dies gilt jedoch nur insoweit, als der Veranstalter eine gleichartige Reise aus seinem Angebot anbieten kann.

Sagt der Reiseveranstalter die Reise ab, weil der Zielort wegen Katastrophen oder Bürgerkriegen nicht sicher für die Reisenden ist, so werden zu diesem Reiseziel auch keine anderen Reisen mehr zu haben sein. Der Anspruch auf eine Ersatzreise scheidet hier aus. Mit dem Geld, welches zurückerstattet wird, kann der Reisende jedoch versuchen eine neue Reise zu einem anderen Zielort zu buchen.

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