Die Praxis bei der Regulierung von Schäden im Reiserecht

In der Praxis erfolgt die Regulierung der Schäden zum Teil durch teilweise Rückzahlung des Reisepreises und zum Teil durch Gewährung von Gutscheinen und anderen Vergünstigungen. Dies dient zunächst der gütlichen Einigung der Parteien und zur Bindung an das Reiseunternehmen.

Grundsätzlich sind Sie nach der Geltendmachung von Reisemängeln nicht verpflichtet, die ersten Angebote des Reiseveranstalters anzunehmen. Insbesondere, wenn Sie glauben, höhere Anspruche geltend machen zu können, bleibt Ihnen dies freigestellt. Auch müssen Sie nicht akzeptieren, Gutscheine statt Geld zu erhalten. Wenn Sie einen Reisegutschein nicht akzeptieren wollen, sollten Sie diesen zurückschicken, um im Streitfall Kosten zu sparen.

Bevor Sie sich jedoch in einen Streit stürzen, sollten Sie zunächst abwägen, was günstiger ist!

Wenn Sie auch nach dem ersten Schadensregulierungsangebot gegen den Reiseveranstalter vorgehen, so besteht die Chance im Wege des Vergleiches oder sogar durch ein Urteil einen höheren Geldbetrag zu erlangen. Dagegen sollten Sie Faktoren wie Zeit und Kosten abwägen.

Ein Rechtsstreit kostet im Regelfall viel Zeit. Bis zur Einlegung der Klage werden in der Regel einige Schreiben hin und her geschickt. Nach Einreichung einer Klage vergehen bis zum Urteilsspruch in Deutschland je nach Gericht zwischen 6 und 12 Monaten.
Seit Geltung der Schuldrechtsreform (01.01.2002) kann der Reisende eine zweijährige Verjährungsfrist in Anspruch nehmen.

Zudem sollten Sie bedenken, dass durch die Geltendmachung im Klagewege Anwalts- und Gerichtskosten entstehen. Zwar trägt diese in der Regel der Unterliegende, aber im Falle eines Vergleiches oder im Falle der Zahlungsunfähigkeit des Veranstalters können Sie auf diesen Kosten sitzen bleiben. Sollten Sie verlieren, mussen Sie sogar die Kosten der Gegenseite tragen.

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