Insolvenz des Reisebüros

Weitaus häufiger, als die Insolvenz des Reiseveranstalters trifft den Reisenden die Insolvenz des Reisebüros bei dem er gebucht hat. Hier ergeben sich gerade dann Probleme, wenn der Reisende vor Reiseantritt seinen Reisepreis an das Reisebüro entrichtet hat.

Sicherungsschein hilft nicht weiter

Der Sicherungsschein sichert nur den Fall ab, dass der Reiseveranstalter insolvent wird. Gegen die Insolvenz des Reisebüros bietet er keinen Schutz.

Zahlungen wurden nicht weitergeleitet

Der Kunde bekommt die Insolvenz des Veranstalters meist so zu spüren, dass er den Reisepreis ganz oder teilweise an das Reisebüro gezahlt hat und dieses dann die Zahlung nicht an den Reiseveranstalter weiterleitet. Der Veranstalter wird dann einwenden, die Reise sei ja noch nicht bezahlt worden.
Wichtig ist hier, dass Sie die Zahlungsbelege gut aufheben.
Im Regelfall darf sich der Reisende darauf verlassen, dass das Reisebüro welches den Kunden zur Zahlung an das Büro, statt an den Reiseveranstalter auffordert, auch zum Empfang des Geldes ermächtigt ist. So entschieden übereinstimmend schon einige Gerichte. Damit hat die Zahlung an das Reisebüro erfüllende Wirkung. Der Kunde wird also so gestellt, als ob der Reisepreis beim Veranstalter angekommen ist.
Der Veranstalter hat dann die Reise durchzuführen. Tut er dies nicht, steht dem Kunden ein Erstattungsanspruch in Form eines Minderungsanspruches und gegebenenfalls sogar ein Schadensersatzanspruch wegen nutzlos aufgewandter Urlaubszeit zu.

Gewährleistungs- und Schadensersatzansprüche

Nach Rückkehr von der Reise können Schadensersatzansprüche bestehen. Für deren Bearbeitung ist der Reiseveranstalter zuständig. Insoweit bedeutet es keine Einbußen, wenn das Reisebüro die Bearbeitung Ihrer Einwände ablehnt. Sie sollten nur darauf achten, dass sie Ihre Mängelanzeige innerhalb von vier Wochen nach Rückkehr von der Reise an den Reiseveranstalter übersenden.

Reiserecht und Insolvenz Tourismusrecht Sicherungsschein Reiseveranstalter